Gärtnern in der Stadt

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Es war ein spannender und ergebnisreicher Auftaktworkshop am 12. Januar 2016 im Euregio-Forum in Kleve. Danke an alle für ihre Engagement und ihre guten Ideen! Hier eine kurze Zusammenfassung Ihrer Ideen und Anmerkungen – bitte verstehen Sie, wenn sich nicht alles, was aufgeschrieben wurde, hier wiederfindet.

Die Reaktionen auf den Input von Aafje Nijman waren sehr unterschiedlich: Einige fanden die von ihr vorgestellten Trends interessant aber auch verwirrend. Es schien, als ob diese Trends nur schwer miteinander kombinierbar seien. Wir stellten fest: Mehrere Trends existieren gleichzeitig nebeneinander: Sie stehen für unterschiedliche Konsumenten bzw. Stimmungen.

Die Landschaftsarchitektin und Aktivistin Ute Becker erläuterte uns, für welche Werte und Ziele die „Urban Gardening“-Bewegung steht und gab Beispiele für die praktische Umsetzung Gartenprojekten in der Stadt.

Auf Pflanzen und das „Urban Gardening“ bezogen waren unsere ersten Eindrücke: „Gärtnern in der Stadt“ ist Teil eines Lebenskonzeptes, der kommunikative Aspekt ist dabei zentral (Freunde im gemeinsamen Thema). Doch die Menschen benötigen viele Informationen zur Pflege von Pflanzen. Uns stellte sich die Frage, wie soziale Kontakte über Pflanzen und das Gärtnern gefördert werden könnten und was die Gartenbaubranche diesen Menschen konkret anbieten könnte. Vorgeschlagen wurden Informationsplattformen, aber auch soziale Aktionen wie eine „Urban Farming Biking Tour“ oder Aktionen in sozialen Netzwerken wie Fashion Garden Blogger.
Es gilt, neue, ungewohnte Vertriebswege zu gehen. Dazu benötigt man Mut, man muss loslassen können und darin liegt auch ein Risiko.

Im „World Cafe“ haben wir uns dann gefragt, was wir Züchter, Produzenten und Großhändler aus dem Trend „Urban Gardening“ lernen können: Urban Gardening bringt Menschen zur Beschäftigung mit Pflanzen, bringt Pflanzen in die Stadt, Menschen verschiedener Nationen kommen dabei zusammen. Das ist eine Chance für das Image und das Marketing im Gartenbau: Denn es fehlt bei den Menschen in den Städten so viel Wissen – etwa dazu, welche Zierpflanzen essbar, schützend oder heilend sind. Auch die Mischung aus Zierpflanzen und Nutzpflanzen ist beim Thema „Urban Gardening“ interessant.

Wichtig erscheint es, Begegnungs- bzw. Produktplattformen zu schaffen – Events, die Menschen mit grünen Interessen zusammenbringen und wo Gärtner Wissen über Pflanzen vermitteln. Dazu muss der Vertrieb neu gedacht werden. Man muss da hingehen, wo die „Urban Gardening“-Menschen sind. Denn „Urban Gardening“ weckt Begehrlichkeiten nach mehr Grün, mehr Wissen und Gemeinschaft – an diesen Punkten kann man ansetzen.

Erste Ideen für mögliche Umsetzungen wurden zusammengetragen. Angefangen von der „Balkonkarawane“, bei der nacheinander gemeinschaftlich Balkone im Freundeskreis bepflanzt werden – über Nostalgie-Pflanzen bis hin zum Sponsoring von Begegnungsgärten. Ein Pfund, mit dem man wuchern kann, ist das Expertenwissen der Gartenbaubranche: Man sollte es mit den an „Urban Gardening“ interessierten Menschen teilen. Etwa in Aktionen zum Gärtnern in der Stadt im Handel oder in Gartencentern. Visual Merchandising mit einem „Starter-Set“ für das Gärtnern in der Stadt am POS wurde ebenso angeregt wie die Einbindung von Garten-Bloggern.

Ein wichtiges Ergebnis des World Cafés war, dass man künftig in dieser Runde Ideen zum „Gärtnern in der Stadt“ erarbeiten will. Dieser Begriff ist weiter gefasst als das „Urban Gardening“, das im Kern eine nicht kommerzielle orientierte Bewegung ist.

BGI_Kreise

Am Ende des Tages haben wir Arbeitsgruppen zu folgenden Themenbereichen gebildet.
1. Entwicklung von Produktgruppen mit Urban Gardening-Charakter, kombiniert mit reichhaltiges Wissen sammeln und Festival/Testmarkt „Gärtnern in der Stadt“, Teilnehmer: Anke Prüß, Frank Zeiler, Ann Elbers)
2. Entwicklung von Stadtgartenabteilungen für Gartencenter, Teilnehmer: Andre Seegler
3. Entwicklung von einem Testmarkt „Gärtnern in der Stadt“ bzw. von Sponsoringaktivitäten, Teilnehmer: Norbert Engler
4. Austauschgruppen in sozialen Netzwerken zu pflanzenfachlichen Themen (durch potentielle Kunden für Pflanzen) und die Verbindung dieser Themen mit wiederkehrenden Events: Anke Schirocki
5. Gemeinsame Initiative „Essbare Zierpflanzen“, Teilnehmer: Helmut Leurks
6. Entwicklung eines Starterkits „Gärtnern in der Stadt“, Teilnehmer: Bernd Wenninghof

Wir freuen uns über einen regen Gedankenaustausch in diesem Blog in den nächsten Tagen und Wochen!

Die originalen Aufzeichnungen, die im Workshop erstellt wurden, finden Sie hier:

Transkription_Ergebniss_UrbanGardening